Chronik

Im Jahre 1935, unter der Leitung der neu gegründeten „GROFREKA“ (Große Frechener Karnevalsgesellschaft), Vorläufer unseres heutigen Festkomitees, wurde der erste Rosenmontagszug vorbereitet. Diesem Festkomitee gehörte u. a. die Urzelle der Prinzengarde, der Kegelklub „Fidelio“ an.
Dieser Kegelklub stellte auch den ersten Prinzen. Er hieß: Heinrich Güttes.

Seine Kegelbrüder wollten ihm beim Rosenmontagszug ein würdiges Geleit geben und ließen sich die ersten Uniformen, aus violettem und weißem Tuch, anfertigen.
Der erste Rosenmontagszug mit dem stattlichen Prinzen und seiner Eskorte war - so liest man in alten Protokollen - ein voller Erfolg. Hier hatten sich die Gründer der Prinzengarde ihre ersten karnevalistischen Sporen verdient.
Am Fronleichnamstag des Jahres 1935 trafen sich die Fidelio-Kegelbrüder im Garten des Schützenhauses und schwelgten, bei kühlem Bier, in Erin¬nerungen an die verflossene Karnevals-Session. Ihre Begeisterung gipfelte in dem Entschluss, das was nur für eine Session geplant war, zu einer ständigen Einrichtung werden zu lassen:
Die Prinzengarde war gegründet!
In der Gaststätte Kleinsorg, liebevoll „Hotsch“ genannt, fand die erste, offizielle Versammlung der neuen Gesellschaft statt. Die ersten neuen Mitglieder waren dazugekommen und man gab sich auf dieser Gründungsversammlung endgültig den Namen:


Prinzengarde 1935 Frechen


Jakob Tappert wurde zum ersten Vorsitzenden gewählt, Josef Güttes zum Kommandanten des neuen Corps und Matthias Deutzmann gewann man als Tanz-„Mariechen“. Der Vorsitzende Jakob Tappert war gleichzeitig auch der erste Tanzoffizier.
Anlässlich der Sitzung der GROFREKA im Schützenhaus 1936 trat die Prinzengarde erstmals vor großem Publikum auf.
Präsident Ferdinand Amberg, der die Sitzung der GROFREKA leitete und die Frechener waren begeistert. Die Presse schrieb damals vom „Clou des Abends"
In der folgenden Session zählte man schon 22 Mitglieder, veranstaltete zwei Bälle und zwei Sitzungen und war ein gern gesehener Gast bei anderen Veranstaltungen.
Französische Schiedsrichter, die Gäste der Spielvereinigung 1920 waren, wollten nicht glauben, dass sich hinter der Schminke und unter den Zöpfen des
„Mariechens" ein Mann verbarg.
Die bei dieser und ähnlichen Gelegenheiten gewonnen Wetten, zählen zu den schönsten Episoden aus der Gründerzeit der Prinzengarde.
Der Name des „Mariechens" Matthias Deutzmann, der viel zu früh sein Leben lassen musste, wird für alle Zeiten mit der Geschichte der Gesellschafft verbunden bleiben.

In den Jahren 1936 bis 1939 begründete die Prinzengarde auch ihren Ruf als Sitzungsgesellschaft. Unter der Leitung ihres Senatspräsidenten Theo Herrlich wurden die ersten Herrensitzungen zu einem Erlebnis aller Freunde der Gesellschaft. Hier schufen sich die Gardisten ein Image das sie niemals mehr verlassen sollte.
1939 gab es mit Gretel Tappert (eine Schwester des Vorsitzenden) das erste weibliche Mariechen.
Der 2. Weltkrieg ließ den Vorhang fallen. Für die meisten Gardisten galt es die Uniform des Humors gegen ein schlichtes Feldgrau einzutauschen. Als die Kanonen schwiegen, war die Hälfte des Garde-Vorstandes gefallen. Der Schock des Erlebten, die Trauer um die toten Freunde, ließ die so stolze Gesellschaft bis 1948 in der Versenkung verschwinden.
Am 11. im 11. 1948 schrieb Josef Güttes den alten Mitgliedern: „Ich bin von verschiedenen Freunden gebeten worden, mich mit der Prinzengarde wieder am hiesigen Karneval zu beteiligen. Ich hoffe, dass Du Deiner Prinzengarde während der langen Pause die Treue gehalten hast“.
Und am 15. November 1948 fand sich ein kleines „Häuflein“ Getreuer bei Kleinsorg ein. Im folgenden Jahr zog Heinz Peter Kleinsorg als erster Nachkriegsprinz durch Frechen. Noch war alles provisorisch und das Ganze nannte sich Kappenfahrt, aber schon 1950 schrieb die Prinzengarde stolz an die befreundeten Vereine und Gesellschaften:
Wir sind wieder da !

Der neu gewählte Vorsitzende Christian Schild und der Kommandant Josef Güttes konnten die wiedererstandene Garde vorstellen und nach 11-jähriger Pause gab es den ersten Auftritt des Tanzcorps. Die Veranstaltungen, sei es die Herrensitzung, die Kindersitzung oder aber das Fest in Rot-Weiß fanden großen Anklang.
Das Jahr 1956 war dann von Bedeutung für die Prinzengarde.Es erfolgte die Anmeldung zum „Bund Deutscher Karneval“ und als Senatspräsident und Sitzungsleiterübernahm Willi Knab die Nachfolge von Heinrich Titz. In dieser Zeit wird die Garde von Josef Güttes geleitet, der inzwischen zum Vorsitzenden und Kommandanten gewählt worden war. Eine große Zeit für die Rot-Weißen folgte:
Unvergessen sind die Prinzen dieser Zeit - Fritz Hendrichs, Erich Köhler, Franz Gottschalk und Eddi Gatzweiler - allesamt Vorstandsmitglieder der Prinzengarde.
Am 21. 04. 1965 schrieb die Presse: „Das Jahr, in dem die Prinzengarde Frechen auf eine 30-jährige Vereinsgeschichte zurückblicken kann, brachte den Rot-Weißen die erfolgreichste Session seit der Gründung“. Diese Feststellung bei der Jahreshauptversammlung im Standquartier Kleinsorg bedeutete gleichzeitig einen glanzvollen Abgang von Josef Güttes als Präsident, der dieses wichtige Amt an die jüngere Generation des Traditionscorps abtrat. Willi Busch wurde einstimmig zum Nachfolger gewählt. In 11jähriger Vorstandsarbeit hatte sich Willi Busch sorgfältig vorbereitet, die Nachfolge seines Onkels anzutreten.
3 x 11 Jahre feierte die Garde im Jahre 1968.
Die Gesellschaft wuchs, Edgar Halm wurde als Senatspräsident berufen und bald umfasste die Mitgliederliste des Senats über 70 Namen.
Obwohl die Prinzengarde stetig wuchs, wurde es immer schwieriger junge Männer für den närrischen Tanz auf der Bühne zu gewinnen. Der Schritt von der Corps- zur reinen Senatsgesellschaft musste vollzogen werden.
Der neue Senatspräsident Dr. Dieter Glanschneider konnte bei jeder Veranstaltung neue Senatoren begrüßen und der Frack wurde zur beliebtesten Bekleidung von Vorstand und Elferrat. Von 1974 bis 1979 war Dr. med. Dieter Glanschneider Senatspräsident und lenkte mit viel Geschick und noch mehr Temperament den Förderkreis.

Die Prinzengarde war weit über Frechens Stadtgrenze hinaus bekannt. Wiederholt entsandte das Festkomitee des Kölner Karnevals das Dreigestirn zur Prinzengardesitzung. Zum 40. Geburtstag der Prinzengarde bestieg ein Senator der Gesellschaft den Thron des Narrenfürsten Ferdi I. ( Rechtsanwalt Ferdi Fachinger).
Mit Eleganz meisterte er die turbulente Session.


Das Jahr 1979 brachte ein echt karnevalistisches Jubiläum der Prinzengarde: 4 x 11 Jahre.
Mit Prof. Dr. Karl Hans Körbel wurde wieder ein Senator Prinz Karneval in Frechen. Während seiner Regentenzeit verstand er es, neue tatkräftige Männer wie Horst Winkelhag, Gerd Felden, Willi Holz, Freddy Willars zu aktivieren und für die Arbeit zum Wohle unserer Gesellschaft zu begeistern.

Nach dem Jubiläum brachte die nächste Vorstandsneuwahl eine Umorganisation, die sich als äußerst fruchtbar und richtungsweisend für die Gesellschaft erwies.
Willi Busch, als Präsident, repräsentiert die Garde nach außen und leitete die Veranstaltungen, Horst Winkelhag übernahm als 1. Vorsitzender die geschäftliche und organisatorische Leitung der Gesellschaft und Dr. Körbel wurde zum Senatspräsidenten gewählt. Dr. Körbel verstand es, aus dem von ihm sorgsam gepflegten Senat, immer wieder neue Männer heranzuziehen. Senat – Herrenabende, unvergesslich schöne Stunden, wurden zur ständigen Einrichtung.

Die Mitgliederzahl wuchs. Immer drängender wurde bei diesen Festen der Ruf nach einem neuen Corps. Als der Vorstand eines Tages mit dem Plan überraschte ein Reitercorps zu gründen, wurde dem viel Skepsis entgegengebracht. Viele Besprechungen, Überlegungen, Entwürfe, waren die Folge.
Wie sollte die Uniform aussehen? Wer sollte im Zug reiten? Welche anderen Einsatzmöglichkeiten im Karneval sind für das Corps denkbar?
Acht Herren, ebenfalls unter Führung von Prof. Dr. Karl Hans Körbel, waren der erste Grundstock des neuen Corps. Die Begeisterung war groß. Zur nächsten Prinzenproklamation zog die Garde mit dem neuen Reitercorps als Prinzen–Wache auf.

1990 riss der Tod, ganz plötzlich und viel zu früh, Willi Busch aus unserer Mitte. Wer ihn kannte, war fasziniert von dieser Persönlichkeit. Die Prinzengarde hatte einen großen Präsidenten verloren. In seinem Sinne wurde weitergearbeitet und das Tanzcorps der Garde erlebte eine Wiedergeburt.
Im gleichen Jahr übergab Senatspräsident Prof. Dr. Karl Hans Körbel sein Amt an Hans Wahl, der als dynamischer Prinz Hans IV 1989 durch Frechens Säle zog.
1991 wurde Horst Winkelhag zum Präsidenten u. 1. Vorsitzenden gewählt und prägte die Garde von nun an mit eigenen, noch nicht dagewesenen Ideen.
Einmalig in Frechen war die Gründung eines Musikzuges. Neu ins Leben gerufene Veranstaltungen wie die „Nubbelverbrennung“ mit der Prämierung der Zugteilnehmer und das „Biwak“ wurden gut angenommen und erfreuen bis heute zahlreiche Gäste.

Zu etwas Besonderem wurde der Corps-Appell. Er ist unter den Mitgliedern, Senatoren und Gönnern bis zum heutigen Tag sehr beliebt und aus dem Veranstaltungskalender der Prinzengarde nicht mehr wegzudenken. Ebenfalls auf Initiative von Präsident Horst Winkelhag wurde Anfang der
90er-Jahre ein neues Corpsteil in die Garde integriert:
Das Corps à la Suite


- eine Plattform für exquisite Förderer der PrinzengardeSeit dieser Zeit ebenfalls nicht mehr wegzudenken und Nachfolger des großen Corps-Appells, ist der Jahresempfang mit Damen, der mittlerweile traditionell am 1. Wochenende nach dem 11.11. stattfindet.
Mitte der 80er-Jahre, als Nachfolger von Prof. Dr. Karl Hans Körbel, führte der allseits beliebte Theo Becker die Prinzengarde als Wachführer durch Frechens Säle und wurde 2002 von Stefan Hoeft abgelöst, der mit damals 28 Jahren seine karnevalistische Karriere bei der Prinzengarde begann.

Ein kleiner Wehrmutstropfen aus der Amtszeit Winkelhags ist der Wegfall der Herrensitzung, welche aus wirtschaftlichen Gründen seit 2004 aus dem Programm gestrichen wurde. Zu Ihrem 70-jährigen Jubiläum 2005 präsentierte die Prinzengrade in Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv eine Ausstellung zu Ihrer Geschichte und stellte mit Prinz Frank II (Frank Winkelhag) Ihren Jubiläumsprinzen.


In den Folgejahren stagnierte die Entwicklung der Prinzengarde und verschiedene Kritiken und Unmut im Umfeld des Vereins wurde lauter nach verwöhnten Jahrzehnten voller Ruhm und Glanz. So erfolgte im Frühsommer 2008 ein Rücktritt des gesamten geschäftsführenden Vorstandes um Winkelhag, der nach ca. 30 Jahren Vorstandsarbeit, seine Ämter aus persönlichen und gesundheitlichen Gründen mit sofortiger Wirkung niedergelegt hatte.

Ein Umbruch sollte erfolgen!

Am 18.07.2008 wählte die außerordentlich einberufene Mitgliederversammlung den aktuellen Wachführer Stefan Hoeft zum neuen Präsidenten u. 1. Vorsitzenden der Prinzengarde. Das Amt des Wachführers übergab er im November 2008 an seinen damaligen Stellvertreter Christian Simons.

In der aktuellen Session 2009/2010 führt Hoeft, zusammen mit seiner Mannschaft, die Prinzengarde zu Ihrem 75-jährigen Jubiläum und stellt mit Hans-Hermann Bock den nächsten Jubiläumsprinzen der Garde.

Fortsetzung folgt!!!